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Wald als multifunktionaler Raum und Spiegel des Klimawandels: Vorstellung der deutsch-ukrainischen Jugendbegegnung “Forest in ExChange

am 06.12.2018

In diesem Jahr lud APOLLO e.V. statt zum traditionellen Advents-Brunch zur Veranstaltung “Wald als multifunktionaler Raum und Spiegel des Klimawandels: Vorstellung der deutsch-ukrainischen Jugendbegegnung “Forest in ExChange” ein.


Die Veranstaltung fand im Rahmen des Projektes “Forest in ExChange” statt, in dem sich junge Menschen aus der Ukraine und Deutschland mit den Herausforderungen nachhaltiger Waldnutzung in ihren Ländern beschäftigten. Auf zwei Treffen (Deutschland 2017 und Ukraine 2018) entdeckten Forststudierende Besonderheiten und Probleme der Waldbewirtschaftung in der Ukraine und Deutschland und arbeiteten umfassende Lösungskonzepte dazu aus. Neben der wirtschaftlichen Bedeutung haben die Projektteilnehmenden auch die Bildungsfunktion des Waldes für die nachhaltige Waldnutzung angesprochen. http://www.apollo-online.de/index.php?s=Forstprojekt



Ein beachtliches Grüppchen - immerhin war Sonntagmorgen und eigentlich Regen angesagt - versammelte sich im Grunewald, wo Artsiom Spirydovich, Teilnehmer des Forstprojekts, den Stadtwald, seine Nutzung und Geschichte bei einem Spaziergang in mehreren Stationen vorstellte.

Im Ökowerk präsentierten sich in einem zweiten Teil der Veranstaltung das Projekt und seine Partner.



Zusammen mit den Projektteilnehmenden und WaldexpertInnen aus der Ukraine und Deutschland bot die Veranstaltung die Möglichkeit, über die Bedeutung des Waldes für Mensch und Natur zu diskutieren. Deutlich wurde dabei, dass die deutsch-ukrainische Zusammenarbeit im Bereich Forst sehr wichtig ist und viele Perspektiven hat. Es ist sowohl für Deutschland als auch für die Ukraine wichtig, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene – und vor allem die Besitzer der privaten Wälder – mehr Waldausbildung und -kompetenzen haben. Für die ukrainischen Partner kommt ein weiterer Aspekt hinzu, warum die Zusammenarbeit im Rahmen von Projekten wie „Forest in ExChange“ sehr wichtig ist: Durch die Vorstellung ihres Landes für die deutschen Partner entdecken sie ihr eigenes Land und lernen es zu schätzen.
In der Gesprächsrunde zum Thema Waldpädagogik stellte zunächst Stefan Kaiser vom Forstamt Bömenzien in der nördlichen Altmark das Konzept der Jugendwaldheime des Landeszentrums Wald Sachsen-Anhalt vor. Er ging dabei im Besonderen auf die Arbeit am Standort Arendsee ein. Tetiana Karpiuk von WWF Ukraine berichtete über vergleichbare Angebote aus zivilgesellschaftlicher Initiative in der Ukraine, Dr. Olena Vrublevska gab Einblicke in das Engagement der Forsttechnischen Universität Lemberg. Laut Kaiser kommen im Schnitt über zwei Drittel der Grundschüler in Sachsen-Anhalt mindestens einmal in den Genuss der Angebote der Jugendwaldheime, wohingegen die Schulungen und Exkursionen des WWF in der Ukraine nur punktuell durchgeführt werden können. Zudem beklagte Karpiuk, dass hier eine Teilnahme sehr stark am Engagement und den Kontakten der jeweiligen Lehrerinnen und Lehrer abhängt. Insgesamt wurde die Bedeutung und hervorragende Eignung des Waldes als Lernort im Bereich der Umweltbildung hervorgehoben: Hier könne wie kaum an einem anderen Ort die multifunktionale Nutzung und Bedeutung eines Naturraums veranschaulicht werden.



Von allen Gesprächsteilnehmenden wurden jedoch Probleme der Finanzierung entsprechender Maßnahmen angesprochen. Auch beim Thema flächendeckende Integration der Herausbildung von Umweltbewusstsein in die Lehrpläne der frühen Jahrgangsstufen bestehe Nachbesserungsbedarf, so Kaiser.
Bei Borschtsch und Pizza, später auch Kaffee und Kuchen wurde der Nachmittag für den weiteren Austausch über Forst- und Landwirtschaft genutzt.

Herzlichen Dank an die Stiftung EVZ für die Förderung im Rahmen des Programms MEET UP!

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